Musigstube

Am Freitag, 01. März, fand unsere Frühlings-Stubete statt. Dieses Mal waren wir so quasi wie familiär unterwegs. "Nur" ca 50 Musikfreunde (Zuhörerinnen, Zuhörer, Musikerinnen, Musiker und Jodlerin) fanden sich zum gemütlichen Abend im schönen Gfenn ein. Die Stimmung war einmal mehr einmalig.

Unser Barpianist Patrick begrüsste die Gäste wie immer, Nilo merkte sich gleich beim Eingang die eintreffenden Formationen, resp. Solisten, die beiden bedirndelten Feen standen für den Service bereit in den Startlöchern. 

 

Ob Musikerinnen, Musiker, Jodlerinnen, Jodler, Zuhörerinnen oder Zuhörer: Vielen Dank dass ihr gekommen seid, wir hatten echt den Plausch mit euch, ihr alle habt zum gelungenen und gemütlichen Abend beigetragen.

 

Theo, Charlotte und Sonja gilt ein besonderer Dank. Ob beim Zeltauf- und Abbau, beim Umstellen einer privaten Stube in ein Stubetelokal, im Service, beim Abwasch.....ohne diese drei nimmermüden, mit Witz und Charme sich engagierenden Freunden, würden wir eine Stubete, welche ein immer grösseres Ausmass zu werden scheint, mitnichten durchführen können. Auch all den Kuchenbäckerinnen- und Bäcker sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön gesagt, haben sie doch den Abend mit ihren Köstlichkeiten versüsst.

Und ja, ein herzliches Danke geht natürlich auch an unsere Nachbarn: Ohne euch, welche ihr so tolerant seid, euch in all den Jahren noch nie beschwert habt, sei es wegen zu lauter Musik, parkierter Autos, Verabschiedungen mitten in der Nacht --- könnten wir einen Anlass wie diesen nie abhalten

 
Wie immer: Es ist ein schönes Gefühl, so vielen Menschen in unserer Stube mit Musik und einem heimeligen Ambiente Freude bereiten zu können. Es ist ein schönes Gefühl, auf die Mithilfe lieber Freunde und Familienmitglieder für einen solchen Anlass zählen zu dürfen.  
 
Wir freuen uns auf die nächste Stubete.   


 
Doch, wie hat denn das alles angefangen? Meine Mutter und ich spielten ab und an vierhändig Klavier. Manchmal ergab sich daraus ein harmonisches Duett, manchmal auch ein ungewolltes Duell. Irgendwann entstand der Gedanke, man könnte, so wie früher Usus, ein quasi Salonkonzert machen. Es wären gleich zwei Fliegen auf einen Schlag: Wir hätten ein Ziel, welches einem durch die nötige Konsequenz zum Ueben zwingt, zudem könnten wir, als recht gesellige Familie, einmal mehr einfach so ein Zusammensein mit Freunden und Verwandten organisieren. Also kam es zu einem ersten Musizieren in unserer Stube. Meine Mutter und ich am Klavier, Oliver, unser Sohn, sang und begleitete sich mit der Gitarre, meine Tante, geübte Sängerin, sang das wunderschöne Lied "Oh mein Papa"....Ja, und meine Vater war stets jene Person, welche sich am meisten über diesen Anlass freute. Sei es wie am Anfang im kleinen Kreis, oder aber so wie es heute statt findet, im doch wesentlich grösseren Rahmen. Singen, Musik hören, dazu ein Glas geniessen --- das war seine Welt. So führen wir in seinem Sinn diesen Anlass noch gerne lange durch.


 
Unser letzter Salonabend vom 30. November 2018 ist schon wieder vorbei.
   
Es gab in noch nicht allzu langer Vergangenheit nebst einem literarischen Salonabend auch den musikalischen Salon, der seit Beginn des 19. Jahrhunderts an Bedeutung gewann. Im „Salon“ befand sich eine private, meist großbürgerliche Gesellschaft, die den musikalischen Darbietungen – im Unterschied zur konzertanten Darbietung, eher oberflächlich folgte. In gewisser Weise ist Salonmusik die bürgerliche Fortführung der Kammermusik des Adels im 17./18. Jahrhundert. Genannt sei da der allseits bekannte Komponist Jacques Offenbach, welcher diese Musik an eben solchen Anlässen unter die Leute brachte.

Wir möchten diesem nicht mehr allgemein bekannten Anlässen in unserer Musigstube wieder etwas Leben einhauchen.
  
So blicken wir bereits zum vierten Mal zurück auf einen sehr gelungenen Abend in diesem Sinne. Trotz dem vorweihnachtlichen Treiben fanden sich 30 Gäste, Musikerinnen und Musiker in unserer Musigstube ein. Die erste Hälfte des Konzertabends wurden wir mit Zitherklängen vom Feinsten verwöhnt. Rita Batschelet, Anita Gabler, Alice Eberle, Hildegard Pfefferli und Heidi Bitter, boten ihr Können mit drei wunderschöne Melodien in verschiedenen Stilrichtungen auf ihren Zithern an. Ein Instrument, welches Generationen vor uns spielten und von diesen fünf Frauen auf höchstem Niveau "zelbriert" wurde. Nach einer kurzen Umbaupause, mussten doch die Zithertische auf die Seite und die Instrumente abgeräumt, respektive versorgt werden, hörten wir das Stück Ueber den Wellen von Edith Fischer und Marianne Ehmann auf zwei Akkordeons. Die von Christian Dippel vorgetragene Lyrik war ein wunderbarer Gegensatz zu der vorhergehenden und auch folgenden Musik, welche von den Zuhörerinnen und Zuhörern mit viel Applaus coutiert wurde. Alice Gehring, welche vor allem ihr Können im Jodel auslebt, sang uns das Largo aus Xerxes von G.F.Händel. Mit ihrer vollen Stimme nahm sie das Publikum schon vom ersten Ton an für sich ein. Weiter spielten Patrick Escher und Christina Gelmetti sowie Patrick Escher und Anja Halliger vierhändig auf dem Flügel. Zum Schluss begeisterte Beatrice Ingold mit ihrer absoluten Virtuosität auf der Gitarre.   

 

Es wird wohl nicht der letzte Abend in dieser Facon gewesen sein, war doch das Echo sehr positiv, was uns zu einer Wiederholung geradezu heraus fordert. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen ganz herzlich für das Mitmachen und Kommen bedanken: All den Interpretinnen und Interpreten, und den vielen lieben Zuhörerinnen und Zuhörern.