Musigstube

Am Freitag, 25. Oktober, fand unsere Herbst-Stubete statt. Wie soll ich sagen: Es machte Wutsch, und unsere Stuben mitsamt Zeltanbau waren voll. Über 110 bekannte und unbekannte Gesichter fanden den Weg zu uns. Einmal mehr liessen wir uns überraschen, wer da alles kommen mochte. DOMINO String Quartett (Christoph, Roland, Raphael, Nik) mit ihren Gypsymusik mit Appenzeller-Volksmusikeinflüssen, Renato mit Sepp und Hans, Klarinette/Sax, Klavier und Akkordeon, Hans alleine mit Boogie am Klavier, Johann mit Fredy, Doris und Heinz an den Schwyzerörgeli, Otto mit den Drehörgeli, Fredy am Klavier, Roger mit Sohn am Schwyzerörgeli, Jodlerin Alice mit Bruno am Akkordeon, der Jodlerclub Schwyzerhüsli mit Verstärkung, die Mittwochsgruppe  (Esther, Edith, Marlies, Gabi, Marianne) mit Akkordeons - sie alle waren vor Ort und verzauberten die Zuhörerinnen und Zuhörer mit wunderbarer Volkmusik.      

 

Ob Musikerinnen, Musiker, Jodlerinnen, Jodler, Zuhörerinnen oder Zuhörer: Vielen Dank dass ihr gekommen seid, es war echt fantastisch!

 

Charlotte und Theo Koller und Sonja Streuli gehört einen Riesenapplaus. Sie standen ab 18:00 Uhr in Küche und Service im Einsatz. Man bedenke: Wir sind kein Restaurant, die Küche ist eine ganz normale Familienküche, der Service ist in den diesmal total überfüllten Stuben, wo jede nur erdenkliche Sitzgelegenheit auch auf Stufen und Balken wahrgenommen werden musste, alles andere als glücklich zu bewerkstelligen. Es braucht gegenseitig viel guter Wille und Freude an der Sache. Die Laune war bei der Mannschaft trotz Bein- Rücken- und Füsseweh nicht runter zu kriegen.

 

Auch all den Kuchenbäckerinnen- und bäcker sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön gesagt, haben sie doch den Abend mit ihren Köstlichkeiten versüsst. 

Unser Zeltaufbau- und abbauteam sei auch ein grosser Dank ausgesprochen werden: Theo und Marc, mercie.

 

Und ja, ein herzliches Danke geht natürlich auch an unsere Nachbarn: Ohne euch, welche ihr so tolerant seid, euch in all den Jahren noch nie beschwert habt, sei es wegen zu lauter Musik, parkierter Autos, Verabschiedungen mitten in der Nacht --- könnten wir einen Anlass wie diesen nie abhalten

 
Wie immer: Es ist ein schönes Gefühl, so vielen Menschen in unserer Stube mit Musik und einem heimeligen Ambiente Freude bereiten zu können. Es ist ein schönes Gefühl, auf die Mithilfe lieber Freunde und Familienmitglieder für einen solchen Anlass zählen zu dürfen.  
 
Wir freuen uns auf die nächste Stubete.   


 
Doch, wie hat denn das alles angefangen? Meine Mutter und ich spielten ab und an vierhändig Klavier. Manchmal ergab sich daraus ein harmonisches Duett, manchmal auch ein ungewolltes Duell. Irgendwann entstand der Gedanke, man könnte, so wie früher Usus, ein quasi Salonkonzert machen. Es wären gleich zwei Fliegen auf einen Schlag: Wir hätten ein Ziel, welches einem durch die nötige Konsequenz zum Ueben zwingt, zudem könnten wir, als recht gesellige Familie, einmal mehr einfach so ein Zusammensein mit Freunden und Verwandten organisieren. Also kam es zu einem ersten Musizieren in unserer Stube. Meine Mutter und ich am Klavier, Oliver, unser Sohn, sang und begleitete sich mit der Gitarre, meine Tante, geübte Sängerin, sang das wunderschöne Lied "Oh mein Papa"....Ja, und meine Vater war stets jene Person, welche sich am meisten über diesen Anlass freute. Sei es wie am Anfang im kleinen Kreis, oder aber so wie es heute statt findet, im doch wesentlich grösseren Rahmen. Singen, Musik hören, dazu ein Glas geniessen --- das war seine Welt. So führen wir in seinem Sinn diesen Anlass noch gerne lange durch.


 
Unser letzter Salonabend vom 08. November 2019 ist schon wieder Geschicht.
   
Es gab in noch nicht allzu langer Vergangenheit nebst einem literarischen Salonabend auch den musikalischen Salon, der seit Beginn des 19. Jahrhunderts an Bedeutung gewann. Im „Salon“ befand sich eine private, meist großbürgerliche Gesellschaft, die den musikalischen Darbietungen – im Unterschied zur konzertanten Darbietung, eher oberflächlich folgte. In gewisser Weise ist Salonmusik die bürgerliche Fortführung der Kammermusik des Adels im 17./18. Jahrhundert. Genannt sei da der allseits bekannte Komponist Jacques Offenbach, welcher diese Musik an eben solchen Anlässen unter die Leute brachte.

Wir möchten diesem nicht mehr allgemein bekannten Anlässen in unserer Musigstube wieder etwas Leben einhauchen.
  
So blicken wir bereits zum fünften Mal zurück auf einen echt gelungenen Abend in diesem Sinne. Ist's schon das vorweihnachtlichen Treiben, dass eher weniger 30 Gäste den Weg ins Usserdörfli fanden? Nichts desto trotz spielten und sangen Musikerinnen und Musiker mit Begeisterung in unserer Musigstube. Die erste Hälfte des Konzertabends wurden wir vom Trio RAR mit zwei Mandolinen und Gitarre verwöhnt (RAR = Ruth Egger, Rita Völlmin, Anna Helg). Die von Christian Dippel vorgetragene Lyrik, 'an der Brücke', war ein gelungener Gegensatz zu der vorhergehenden und auch folgenden Musik. Alice Gehring, welche vor allem ihr Können im Jodel auslebt, sang uns Memory aus Cats. Mit ihrer wunderbaren Stimme sowie ihrer tollen Ausstrahlung nahm sie das Publikum schon vom ersten Ton an für sich ein. Weiter spielten Patrick Escher und Christina Gelmetti vierhändig auf dem Flügel. Zum Schluss begeisterte Beatrice Ingold mit ihrer absoluten Virtuosität auf der Gitarre.   

Beim gemütlichen Apéro danach erfreute uns das Trio RAR mit ihren Mandolinenklängen unter Mithilfe von Beatrice. Auch  Fredi Kuster faszinierte uns noch auf dem Flügel und animierte manch einen zu einem kleinen Tänzchen.

Einmal mehr war im Hause die Gemütlichkeit förmlich mit den Händen greifbar, liebe Leute wo das Auge hinschaut. Wie heisst es doch so schön und definitiv wahr: Musik verbindet, Musik ist mehr als tausend Worte, Musik ist Leben.

 

Es wird wohl nicht der letzte Abend in dieser Facon gewesen sein, war doch das Echo einmal mehr sehr positiv, was uns zu einer Wiederholung geradezu heraus fordert. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen ganz herzlich für das Mitmachen und Kommen bedanken: All den Interpretinnen und Interpreten und natürlich auch den vielen lieben Zuhörerinnen und Zuhörern.