Musigstube

Am Freitag, 21. Oktober fand unsere Stubete statt. Wie immer, gab es ein Chlapf....und unsere Stube war voll. An die 80 Leute verteilten sich in der Musigstube, unserem Esszimmer, der guten alten Stube und im geheizten Zelt. Meine zwei Feen Charlotte uns Sonja, wie auch Nilo's Freund Theo wurden nicht müde, alle Musiker und Zuhörerinnen mit Getränken und einem kleinen Znacht zu bedienen. Die Stimmung war ganz einfach einmal mehr schampar gemütlich. Mit der Durchmischung verschiedener Instrumenten und folkloristischer Stilrichtungen und Jodelvorträgen, wurde es nie langweilig oder eintönig im Gehörgang. Wir sind wirklich stolz, dass unsere dreimal im Jahr abgehaltenen Stubeten so grossen Anklang finden und freuen uns bereits jetzt schon auf die nächste Türöffnung. Ganz persönlich bin ich jeweils nach dem Schliessen der Tür beim Verlassen des letzten Gastes auch froh, dass es sich wirklich lohnt, das gesamte Haus einer Totalreinigung zu unterziehen. Bis zum Nächsten!

 

 

Nun der Text welchen ich stets stehen lasse: 

Ein herzliches Danke geht an unsere Nachbarn: Ohne euch, welche ihr so tolerant seid, euch in all den Jahren noch nie beschwert habt, sei es wegen zu lauter Musik, parkierter Autos, Verabschiedungen mitten in der Nacht --- könnten wir einen Anlass wie diesen nie abhalten

 
Und: Es ist ein schönes Gefühl, so vielen Menschen in unserer Stube mit Musik und einem heimeligen Ambiente Freude bereiten zu können. Es ist ein schönes Gefühl, auf die Mithilfe lieber Freunde für einen solchen Anlass zählen zu dürfen.  
 

 
Doch, wie hat denn das alles angefangen? Meine Mutter und ich spielten ab und an vierhändig Klavier. Manchmal ergab sich daraus ein harmonisches Duett, manchmal auch ein ungewolltes Duell. Irgendwann entstand der Gedanke, man könnte, so wie früher Usus, ein quasi Salonkonzert machen. Es wären gleich zwei Fliegen auf einen Schlag: Wir hätten ein Ziel, welches einem durch die nötige Konsequenz zum Ueben zwingt, zudem könnten wir, als recht gesellige Familie, einmal mehr einfach so ein Zusammensein mit Freunden und Verwandten organisieren. Also kam es zu einem ersten Musizieren in unserer Stube. Meine Mutter und ich am Klavier, Oliver, unser Sohn, sang und begleitete sich mit der Gitarre, meine Tante, geübte Sängerin, sang das wunderschöne Lied "Oh mein Papa"....Ja, und meine Vater war stets jene Person, welche sich am meisten über diesen Anlass freute. Sei es wie am Anfang im kleinen Kreis, oder aber so wie es heute statt findet, im doch wesentlich grösseren Rahmen. Singen, Musik hören, dazu ein Glas geniessen --- das war seine Welt. So führen wir in seinem Sinn diesen Anlass noch gerne lange durch.


 
Unser letzter Salonabend vom 08. November 2019 ist schon wieder Geschicht.
   
Es gab in noch nicht allzu langer Vergangenheit nebst einem literarischen Salonabend auch den musikalischen Salon, der seit Beginn des 19. Jahrhunderts an Bedeutung gewann. Im „Salon“ befand sich eine private, meist großbürgerliche Gesellschaft, die den musikalischen Darbietungen – im Unterschied zur konzertanten Darbietung, eher oberflächlich folgte. In gewisser Weise ist Salonmusik die bürgerliche Fortführung der Kammermusik des Adels im 17./18. Jahrhundert. Genannt sei da der allseits bekannte Komponist Jacques Offenbach, welcher diese Musik an eben solchen Anlässen unter die Leute brachte.

Wir möchten diesem nicht mehr allgemein bekannten Anlässen in unserer Musigstube wieder etwas Leben einhauchen.
  
So blicken wir bereits zum fünften Mal zurück auf einen echt gelungenen Abend in diesem Sinne. Ist's schon das vorweihnachtlichen Treiben, dass eher weniger 30 Gäste den Weg ins Usserdörfli fanden? Nichts desto trotz spielten und sangen Musikerinnen und Musiker mit Begeisterung in unserer Musigstube. Die erste Hälfte des Konzertabends wurden wir vom Trio RAR mit zwei Mandolinen und Gitarre verwöhnt (RAR = Ruth Egger, Rita Völlmin, Anna Helg). Die von Christian Dippel vorgetragene Lyrik, 'an der Brücke', war ein gelungener Gegensatz zu der vorhergehenden und auch folgenden Musik. Alice Gehring, welche vor allem ihr Können im Jodel auslebt, sang uns Memory aus Cats. Mit ihrer wunderbaren Stimme sowie ihrer tollen Ausstrahlung nahm sie das Publikum schon vom ersten Ton an für sich ein. Weiter spielten Patrick Escher und Christina Gelmetti vierhändig auf dem Flügel. Zum Schluss begeisterte Beatrice Ingold mit ihrer absoluten Virtuosität auf der Gitarre.   

Beim gemütlichen Apéro danach erfreute uns das Trio RAR mit ihren Mandolinenklängen unter Mithilfe von Beatrice. Auch  Fredi Kuster faszinierte uns noch auf dem Flügel und animierte manch einen zu einem kleinen Tänzchen.

Einmal mehr war im Hause die Gemütlichkeit förmlich mit den Händen greifbar, liebe Leute wo das Auge hinschaut. Wie heisst es doch so schön und definitiv wahr: Musik verbindet, Musik ist mehr als tausend Worte, Musik ist Leben.

 

Es wird wohl nicht der letzte Abend in dieser Facon gewesen sein, war doch das Echo einmal mehr sehr positiv, was uns zu einer Wiederholung geradezu heraus fordert. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen ganz herzlich für das Mitmachen und Kommen bedanken: All den Interpretinnen und Interpreten und natürlich auch den vielen lieben Zuhörerinnen und Zuhörern.